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Leseproben
  Eine autobiographische Erzählung aus dem Westerwald
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4. Der Weg durch die Instanze

Und nun begann ich meinen Weg durch die Instanzen. Die
Beamten aus Hachenburg hatten mir eine Interventionsstelle und
den Weissen Ring empfohlen.
So bin ich nach Westerburg gefahren und hatte lange, intensive
Gespräche mit einer Mitarbeiterin. Meine Tendenz, alles schwarz
zu sehen und keinerlei Zukunft, wurde somit abgebremst und ver-
sucht eher positiv umgesetzt. (Und später von der Realität eingeholt).
Ein junger Mitarbeiter des Weissen Ringes meldete sich, nach
meinem Internetkontakt mit der Zentrale, telefonisch und
kam zu Gesprächen vorbei.
Die Beratungsstelle in Westerburg hatte mir, was ich heute für sehr
kritisch halte, einen Rechtsanwalt in Altenkirchen empfohlen. Da
Frau, sehr einfühlsam und ein Fachanwalt im Familienrecht.
Eigentlich war ich seit Jahren bei einer guten Bekannten, aber
mein Mann gab an, das diese Kanzlei mich nicht vertreten könne,
wolle. Heute steht fest, das das nicht korrekt war und die
Fachanwältin der Kanzlei, übrigens der 4. Anwalt, vertritt mich
heute doch, versucht den Scherbenhaufen zu sortieren, aus der
Sache noch was rauszuholen.
Die Rechtsanwältin in Altenkirchen war sehr nett und engagiert.
Regelmässig setzte sie Schreiben auf und wir waren im Kontakt.
Aber es ist ihr bis zum Sommer des Jahres nicht gelungen, auch nur
einen Cent an Unterhalt von meinem Mann zu holen. Dieser lebte
kostenlos bei seiner Freundin im Haus. Oder gilt es als Mietvetrag,
unter den Decke des Hausbesitzers zu liegen?
Ich glaube kaum! Name und Adresse war schnell herausgefunden,
über die Buben und den Arbeitgeber. Sie lebten von 2 Einkommen,
im März inkl. Hartz IV und Kindergeld. Mein Mann begann, mit
Hilfe des gr. Sohnes, seine Vögel über das Internet zu verkaufen,
um dann fröhlich winkend und pfeifend mit den Scheinen durch
den Hof zu gehen und zu seiner Mätresse zu fahren.
Nach und nach stieg er aus allen finanziellen Verpflichtungen aus.
Ich wusste gar nicht, das das so einfach ging. Bekam alle Rechnungen
auf mich, oft mit hohen Mahngebühren. So war ich gezwungen, die
letzte Rücklage des Erbes aufzukündigen. In einem der lieben, an-
teilnehmenden Gespräch mit Carsten, musste ich dies bei meiner
langjährigen Hausbank in Dierdorf veranlassen.
Keiner verstand, warum es nicht möglich war, den Vater der Buben,
der im Nachbarort lebte, den Unterhalt abzufordern. Auch 2
Gerichtsvollzieher haben im Sommer nichts erhalten, mich auch
wieder nur Geld gekostet.

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